Therapie des Borderline-Syndroms
Die Therapie der Borderline-Störung ist langwierig und komplex. Von großer Bedeutung ist hierbei das Verhältnis zwischen Therapeut und Patient. Von Seiten des Therapeuten muss es einerseits unterstützend und von Vertrauen und Verlässlichkeit geprägt sein, andererseits muss der Therapeut Grenzen gegen zu starke Vereinnahmung oder versuchte Manipulationen durch den Patienten setzen. Eine Therapie erfolgt im Allgemeinen ambulant, kann jedoch in besonderen Fällen, z.B. bei Suizidgefährdung oder Gefahr für Andere, auch stationär durchgeführt werden. Eine ambulante Therapie muss im Durchschnitt in etwa 2-3 Jahre durchgeführt werden, bei der stationären Therapie zeigen sich Erfolge durchschnittlich bereits nach 10-12 Wochen, wobei das Erreichte im Anschluss durch eine ambulante Therapie gefestigt werden muss. Die Behandlung des Borderline-Syndroms erfolgt vorrangig durch die Psychotherapie , wird jedoch oftmals durch die Verabreichung von bestimmten Medikamenten begleitet.
Psychotherapie
Zur Behandlung von Borderline-Störungen wurden verschiedene Therapieformen entwickelt. Neben der Schematherapie nach Young, Klosko & Weishaar (2003) existieren die Mentalisierungs-basierte Therapie nach (Bateman und Fonagy, 1999, 2001), die Übertragungs-fokussierte Psychotherapie (Kernberg et al., 1989, 1993), sowie die wissenschaftlich abgesichertere Dialektisch-Behaviorale Therapie (Linehan et al., 1993; Bohus, 2002). Die Dialektisch-Behaviorale-Therapie gliedert sich in verschiedene Phasen, welche nacheinander vom Therapeuten und seinem Patienten bearbeitet werden. Gekennzeichnet ist diese Therapie vor allem dadurch, dass sich der Ablauf der Therapie vor allem nach den akuten, vorrangigen Problemen richtet. Nach einer ersten Vorbereitungsphase mit Termin- und Zielvereinbarungen schließt sich eine Behandlung des problematischen Verhaltens an. An vorderster Stelle werden, falls vorhanden, Suizid- und Fremdgefährdung thematisiert und Handlungsalternativen entwickelt sowie Störungen in der Affektivität bearbeitet. Auch therapiegefährdendem Verhalten des Patienten muss Priorität in der Behandlung eingeräumt werden. Die zweite Phase der Therapie befasst sich mit emotionalen Kernproblemen des Patienten (z.B. Schuld, Scham, Angst, Wut), die aus traumatischen Erfahrungen resultieren und versucht, diese mit dem Patienten aufzuarbeiten. In der dritten Phase schließt sich ein Training der notwendigen psychischen Fähigkeiten an, welche dem Patienten ein normales Leben in der Gesellschaft ermöglichen können. Erlernt werden beispielsweise Stresstoleranz, zwischenmenschliche Fähigkeiten und der Umgang mit Emotionen.
Medikamentöse Therapie
Eine medikamentöse Therapie ist häufig eine begleitende Maßnahme. Insbesondere wenn der Patient z.B. unter starken Spannungszuständen leidet oder die emotionale Aktivität stark erhöht ist, kann der Erfolg einer Psychotherapie behindert werden. Aus diesem Grund wird in einigen Fällen kurzfristig die Gabe von atypischen Neuroleptika, Antidepressiva oder Stimmungsstabilisatoren durchgeführt. Aufgrund der bei Borderline-Patienten häufig vorkommenden psychischen Begleiterkrankungen (Komorbidität) wie Depressionen, Essstörungen, ADHS und anderen, werden auch in diesen Fällen häufig Psychopharmaka eingesetzt.
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