Was ist das Borderline-Syndrom?

Das Borderline-Syndrom ist die akut auftretende Auswirkung einer Borderline-Persönlichkeitsstörung. Der Begriff „Borderline“, also „Grenzlinie“, bedeutet, dass sich die Symptome der Erkrankung weder eindeutig dem Bereich der Neurosen, noch den Psychosen zuordnen lassen, wie in früheren psychoanalytischen Studien angenommen wurde. Neuere Forschungsergebnisse gehen dazu über, die Borderline-Persönlichkeitsstörung als eigenständige Störung der Persönlichkeit zu definieren. Eine Borderline-Persönlichkeitsstörung ist durch eine Schwächung des „Ich“ gekennzeichnet. Dies hat Auswirkungen auf die Gestaltung von zwischenmenschlichen Beziehungen sowie auf die Affektregulation. Daraus ergibt sich, dass das Verhalten der Betroffenen von den Erwartungen der soziokulturellen Umwelt in großem Maße, dauerhaft und unflexibel abweicht. Die sozialen Beziehungen, das Selbstbild sowie die Emotionen der Erkrankten sind durch Instabilität in Kombination mit einer hohen Impulsivität gekennzeichnet. Dieses Krankheitsbild hat verschiedenste Auswirkungen auf die Betroffenen, d.h. sowohl auf den Erkrankten, der in seiner Lebensgestaltung stark beeinträchtig ist, als auch auf die Personen im sozialen Umfeld des „Borderliners“.

Auswirkungen auf die Betroffenen

Für den an der Borderline-Persönlichkeitsstörung Erkrankten sowie für dessen soziales Umfeld bestehen viele Beeinträchtigungen. Insbesondere im zwischenmenschlichen Bereich haben die beschriebene Instabilität des Selbstbildes und der Emotionen gravierende Auswirkungen. Oft wird der Partner zunächst vollkommen idealisiert um kurz darauf völlig abgewertet zu werden. Der Erkrankte schwankt zwischen Liebe und Hass, Schwarz und Weiß. Auch die häufig auftretende Angst vor dem Alleinsein und die damit verbundene Forderung an den Partner, ständig verfügbar zu sein, ist eine starke Belastung für die sozialen Beziehungen und führt in den allermeisten Fällen zum Abbruch derselben. Störend auf zwischenmenschliche Beziehungen wirken sich ebenso die Neigung zu Wutausbrüchen sowie die hochgradige Emotionalität in Bezug auf Kritik aus. Gravierende Bedeutung, auch für die physische Gesundheit des Borderliners, hat die Neigung der Erkrankten zur Selbstverletzung. Dies kann durch exzessiven Alkohol-, Drogen-, Nikotin- oder Medikamentenmißbrauch, gefährliches Verhalten im Straßenverkehr oder auch durch impulsgeleitete Handlungen wie z.B. Ladendiebstahl geschehen, jedoch auch die aktive Selbstverstümmelung durch z.B. Zufügen von Brand- oder Schnittverletzungen bis hin zur Selbsttötung kommt nicht selten vor.

Wer erkrankt am Borderline-Syndrom?

Die Angaben zur Häufigkeit und Verbreitung des Auftretens variieren beträchtlich und sollen hier nur als Anhaltspunkt dienen. Im Allgemeinen wird jedoch angenommen, dass sich die ersten Symptome der Borderline-Persönlichkeitsstörung bereits bei Heranwachsenden oder im frühen Erwachsenenalter zeigen. Frauen sind mit bis zu 75% häufiger als Männer von dieser Persönlichkeitsstörung betroffen. Ausgehend von der Gesamtbevölkerung besteht für den Einzelnen ein 1-2 prozentiges Risiko, an einem Borderline-Syndrom zu erkranken. Diskutiert wird eine Disposition durch frühkindlichen Missbrauch.

Lesen Sie hier wie ein Borderline-Syndrom entsteht

Nicole Breuer

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